Dienstag, 05. Mai 2015

Die Kraft der Pilze

Pilze sind in vielerlei Hinsicht faszinierend. Zum Beispiel kann man sie weder zu den Pflanzen noch zu den Lebewesen zählen. Sie bilden eine eigene Gattung und sind beim Zersetzen von organischem Material von entscheidender Bedeutung. Außerdem beeinflussen sie das Leben der Menschen schon seit Jahrtausenden.

Pilze sind dazu fähig, ihre Stoffwechselprodukte gegen Viren und Bakterien einzusetzen. Das bekannteste Beispiel dafür ist wohl das Penicillin. In der Medizin werden Pilze aber nicht erst seit dem letzten Jahrhundert eingesetzt. Die Traditionelle Chinesische Medizin beschäftigt sich schon seit mehreren tausend Jahren mit der Heilwirkung unterschiedlicher Pilze. Auch in Europa ist die positive Wirkung von Pilzen schon lange bekannt. In der Klostermedizin hatten heimische Pilze einen hohen Stellenwert und deren Wirkung wurde erforscht.

Leider ist dieses Wissen in Europa mit der Zeit immer mehr in den Hintergrund geraten. Langsam etabliert es sich aber wieder. In den letzten Jahrzehnten beschäftigte sich die Medizin intensiv mit den Inhaltsstoffen der verschiedenen Pilze. Die meisten Heilpilze werden gut vom menschlichen Organismus aufgenommen und sie können vielseitig zur vorbeugenden Behandlung oder zur Unterstützung der eigenen Gesundheit verwendet werden.

Bei der Verarbeitung werden Heilpilze meist getrocknet und zermahlen. Dieses Pilzpulver dient dann als Basis für viele verschiedene Produkte. Zu den bekanntesten Heilpilzen zählen der Reishi, der Shiitake und der Igelstachelbart.

Der Reishi spielt in der Traditionellen Chinesischen Medizin eine große Rolle. Die Chinesen nannten diesen Pilz auch den “göttlichen Pilz der Unsterblichkeit”. Er ist nicht nur in Japan und China, sondern auch in Europa heimisch. Während des Wachstums kann dieser Pilz sehr skurrile Formen annehmen und er hat eine weite Farbpalette, von braunrötlich bis orange-weiß-gelblich. Der Reishi findet Verwendung als Tee, in Extrakten oder auch in Kapseln als Pilzpulver.

Der Shiitake ist nach dem Champignon der am häufigsten angebaute Pilz der Welt. Er besitzt die  Geschmackseigenschaft umami, welche mittlerweile als fünfte über die Zunge wahrnehmbare Geschmackseigenschaft neben süß, sauer, salzig und bitter gilt. Umami bezeichnet dabei einen besonders vollmundigen Geschmack. In Asien werden Shiitake-Pilze schon seit mehreren tausend Jahren verwendet. Der ernährungsphysiologische Wert des Shiitake ist sehr hoch, da er Eiweiß, Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe enthält.

Der Igelstachelbart (Hericium erinaceus), der auch Affenkopfpilz genannt wird, ist nicht nur wegen seines ausgezeichneten Aromas, sondern auch wegen seiner positiven Wirkung auf den Körper bekannt. Er ist in ganz Europa verbreitet, jedoch überall sehr selten anzutreffen. In der asiatischen Küche gilt dieser Pilz, der eine cremig-weiße bis leicht rosa Farbe haben kann, als Delikatesse. Der Igelstachelbart enthält alle acht essentiellen Aminosäuren, die der Mensch benötigt, sowie viele Mineralstoffe.