Panikattacken aus ayurvedischer Sicht

Mittwoch, 23. März 2016

Panikattacken aus ayurvedischer Sicht

In der heutigen, schnelllebigen Zeit nehmen Panikattacken zu. Diese können unterstützend auch ayurvedisch behandelt werden.

Ayurvedisch betrachtet ist eine Panikattacke ein Form der modernen Vata-Störung. Mit Maßnahmen, die diese Störung ausgleichen und die Doshas wieder in Gleichgewicht bringen, kann etwas gegen Panikattacken unternommen werden.

Der ganzheitliche Ansatz des Ayurveda ist bei der Behandlung von Panikattacken vor allem für Menschen gut, denen konventionelle Therapien nur mäßig geholfen haben. Nimmt man z. B. Medikamente gegen die Attacken, verschwinden sie, bis die Tabletten wieder abgesetzt werden. Der Grund liegt darin, dass die Medikamente nur die Symptome, aber nicht die Ursachen behandeln. Mit ayurvedischen Mitteln kann eine Gesundung auf allen Ebenen hervorragend unterstützt werden. Sie eignen sich deshalb auch als Ergänzung herkömmlicher Therapien.

Panikattacken werden häufiger

Statistiken besagen, dass rund vier Prozent der Menschen im Laufe Ihres Lebens an einer Panik- oder Angststörung erkranken. Eine typische Panikattacke klingt meist nach zehn Minuten wieder ab, manche können aber auch mehrere Stunden lang dauern. Das schränkt natürlich sehr ein. Viele Menschen, die unter Panikattacken leiden, ziehen sich immer mehr zurück.

Von einer Panikattacke spricht man, wenn mindestens vier der folgenden Symptome auftreten:

  • Angst vor Kontrollverlust

  • Atemnot

  • Depersonalisation (Gefühl, nicht man selbst zu sein bzw. dass sich Geist und Körper trennen.)

  • Derealisation (Das Gefühl, dass die Situation oder die Umgebung nicht real ist.)

  • Engegefühl in der Brust

  • Erstickungsgefühl

  • extreme Wahrnehmung des Herzschlags

  • Herzrasen

  • Hitzewallungen

  • Kälteschauer

  • Schmerzen

  • Schwitzen

  • Todesangst

  • Übelkeit

  • Zittern

Ein erfahrener Ayurveda-Arzt erkennt, dass Angststörungen nur die oberflächlichen Symptome tiefer liegender Ursachen sind. Was wirklich dahintersteckt, muss jedes Mal neu bewertet werden. Erst, wenn der Auslöser gefunden ist, können passende Maßnahmen ergriffen werden. Ziel ist dabei immer, Körper, Geist und Seele wieder in eine natürlich-ausgeglichenen Zustand zu bringen.

Die Ursachen für eine Vata-Störung mit einhergehenden Panikattacken lassen sich oft im modernen westlichen Lebensstil finden.  Das Nervensystem wird ständig mit neuen Stimuli konfrontiert und kommt nicht mehr zur Ruhe. Zu diesen Stimuli zählen

  • unregelmäßiger Tages- und Schlafrhythmus (zu späte Nachtruhe, keine Regelmäßigkeit im Tagesablauf)

  • unregelmäßige Essenszeiten

  • ständiger Stress ohne die Möglichkeit, sich auszuruhen

  • Von zu viel Fernsehen ausgelöste Unruhe

  • Sorgen

  • Zeitdruck

  • Arbeitsstress

  • kein emotionaler Rückhalt

Schneller, höher, stärker - das olympische Motto fasst die Probleme perfekt zusammen. Die Menschen wollen heute immer mehr über einen immer längeren Zeitraum und das ohne Pause. Dabei werden die Warnsignale des Körpers übersehen, bis es zu einer Rebellion kommt und die Probleme hervorbrechen.

Oberste Maxime ist es bei Panikattacken, Körper und Geist zur Ruhe zu bringen. Mehr Regelmäßigkeit muss in den Alltag, Stress reduziert und Entspannungs- und Regenerationszeiten stark erhöht werden. Dies kann mit Hilfe von Meditation gelingen oder mit Panchakarma-Kuren, die hervorragend geeignet sind, um wieder ein Gleichgewicht herzustellen. Daneben kann man folgende Punkte berücksichtigen, um zu größerer Ruhe zu finden:

  • frühe Bettruhe zur immer gleichen Zeit

  • einfach einmal am Wochenende ausschlafen (ohne Wecker)

  • Mehr Regelmäßigkeit im Alltag: regelmäßige Essenszeiten

  • Vata-ausgleichende Nahrung und Getränke

  • Mittagsschlaf

  • Körperliche Aktivität durch Spaziergänge

  • Yoga für mehr Ausgeglichenheit und Ruhe

  • die Verwendung ayurvedischer Heilkräuter. Hier eignen sich Ashwaganda, Jatamansi, Guduchi und Brahmi.