Die Beziehung zwischen Gewürzen & Doshas

Dienstag, 14. Mai 2019

Die Beziehung zwischen Gewürzen & Doshas

In der Ernährungslehre des Ayurveda kommt Gewürzen eine wichtige Rolle zu. Sie gelten dort nämlich als Heilpflanzen, die wir täglich in kleinen Mengen konsumieren. Außerdem haben sie die Eigenschaft, Speisen bekömmlicher zu machen, und sie helfen dabei, das Gleichgewicht der drei Doshas, den menschlichen Basistypen also, zu regulieren und auszugleichen.

Doch nicht alle Gewürze sind für jeden Typus gleich geeignet. So sollten z. B. Pitta-Typen auf kühlende und etwas bittere Kräuter setzen. Doch alle nach der Reihe.

Was, wenn ich nicht nur einen Typ habe?

In jedem Menschen sind alle drei Doshas vorhanden und so ist natürlich niemand zu 100 % nur ein Typ. Trotzdem dominiert in den meisten Fällen ein Dosha die anderen. Dazu kommen Störungen, die immer ausgeglichen werden sollten, denn sonst könnten sie zu Krankheiten führen.

Weil das Ayurveda als eines der ältesten Medizinsysteme der Welt den Menschen als ein Ganzes aus Körper, Geist und Seele betrachtet, das in seine Umwelt eingebettet ist, können auch Gewürze dabei helfen, Störungen auszugleichen.

Dabei versucht das Ayurveda immer, die Ursache zu behandeln und nicht nur die Symptome. Schließlich hilft es auch nichts, immer wieder Wasser nachzufüllen, wenn der Eimer ein Loch hat. Man muss das Problem an der Wurzel packen und das Loch abdichten.

Geeignete Gewürze für die drei Doshas

Kommen wir nun zu einem schnellen Überblick über die jeweils vorherrschenden Basistypen und welche Gewürze sich besonders für sie eignen.

Vata-Typen: Für Menschen, die von Vata dominiert werden, eignen sich in erster Linie süße, wärmende und beruhigende Gewürze. Dazu zählen

  • Anis
  • Arnika
  • Dill
  • Hagebutte
  • Ingwer
  • Kardamom
  • Lavendel
  • Muskat
  • Oregano
  • Süßholz
  • Thymian
  • Vanille
  • Wacholder
  • Zimt

Pitta-Typen: Hier wirken sich leicht bittere, harmonisierende und kühlende Gewürze positiv aus. Dazu gehören

  • Koriander
  • Kreuzkümmel
  • Kurkuma
  • Limone
  • Melisse
  • Minze
  • Petersilie
  • Safran
  • Süßholz

Kapha-Typen: Bei diesen Typen sind Gewürze gut, die anregend wirken, wie z. B.

  • Basilikum
  • Chili
  • Galgant
  • Gewürznelken
  • Ingwer
  • Knoblauch
  • Kren
  • Kurkuma
  • Minze
  • Muskat
  • Pfeffer
  • Rosmarin
  • Salbei
  • Senf
  • Wacholder

Heimische Alternativen

Viele der genannten Gewürze kommen geografisch auch in dem Raum vor, in dem das Ayurveda entstand – also in Indien. Mittlerweile werden aber auch mehr und mehr heimische Kräuter nach den Prinzipien des Ayurveda eingesetzt.

Mag man ein bestimmtes indisches Gewürz nicht, kann man immer auf eine Alternative zurückgreifen. Es gibt dabei kein besser oder schlechter, denn die Wirkungen sind oft die gleichen. So haben sowohl Kurkuma als auch Salbei austrocknende Eigenschaften, und sowohl Ingwer- als auch Brennesseltee entwässern. Statt Koriander kann zum Kühlen etwa auch Petersilie verwendet werden.

Indische Küche oder nicht?

Vielen Leuten gefällt die Heilslehre des Ayurveda auch deshalb, weil die damit verbundenen Gerichte in Farbe und Geschmack an Indien erinnern und einmal etwas ganz Anderes sind, den Alltag ein Stück weit hinter sich lassen.

Ob man nun indische Gerichte bevorzugt oder nicht, mit Hilfe des Ayurvedas können wir unseren Gewürzschrank ein Stück weit zu unserer Hausapotheke machen und uns für jeden Fall die richtige Suppe mit den passenden Gewürzen kochen und so köstliche Heilkost zubereiten.