Die ayurvedische Sicht auf Burnout

Dienstag, 17. April 2018

Die ayurvedische Sicht auf Burnout

Burnout wird zu einem immer größeren Problem in unserer modernen Gesellschaft. Immer mehr Menschen betreiben Raubbau an ihrem Körper, arbeiten bis zur völligen Erschöpfung und darüber hinaus. Irgendwann sind die geistigen und körperlichen Kräfte jedoch aufgebraucht und dann kommen die Probleme. Überanstrengung führt zu Migräne, Depression, Schlafstörungen, Angstzuständen und Energielosigkeit.

Ähnliche Symptome

Es ist schon interessant, dass die typischen Symptome eines Burnouts fast deckungsgleich sind mit einem Mangelzustand des Nährgewebes Rasa. Diese Mangelzustand äußert sich durch:

  • Trockenheit und Rauheit der Gewebe (was einer allgemeinen Funktionsbeeinträchtigung nahe kommt)
  • Schwäche
  • schwerer Atem
  • Verlust von Gewicht
  • Herzklopfen
  • Druck und / oder Schmerzen im Brustraum
  • Geräuschempfindlichkeit
  • Zittern
  • Depressionen
  • Müdigkeit
  • Interesselosigkeit

Die ayurvedische Sichtweise

Das Ayurveda sieht das typische Krankheitsbild, dass durch ein Burnout ausgelöst wird, als Zustand, bei dem das Lebensfeuer Agni erlischt. Daraufhin entstehen Mangelerscheinungen auf substanzieller und auch auf energetischer Ebene, was wiederum zu tiefgreifenden Störungen des eigenen Wohlbefindes führt.

Wenn man versucht, Burnout mit ayurvedischen Begriffen zu erklären, so würde man wohl von einer Vata-Aggravation in Kombination mit einem Mangel von Rasa und Ojas sprechen.

Wie Ayurveda helfen kann

Im Ayurveda ist es wichtig, auf den eigenen Körper zu hören und auf ihn einzugehen. Dafür gibt es sehr viele ganzheitliche Techniken, Empfehlungen und Methoden — und diese sind es auch, die das Ayurveda so wirkungsvoll bei der Burnoutprävention machen. Körper und Geist kommen wieder zur Ruhe dank sanfter Massagen, nachhaltiger Ernährungsempfehlungen und ayurvedischen Rasayana-Therapien.

Individualität ist wichtig

Damit das Heilpotenzial der ayurvedischen Methoden optimal bei der Burnoutbehandlung wirkt, ist jeweils eine individuelle „Therapie“ notwendig. Dafür müssen zuerst die jeweiligen Krankheitsursachen ermittelt werden. Anschließend geht es darum, entsprechende Schritte zu setzen. Dafür ist die Betreuung von erfahrenem Ayurveda-TherapeutInnen notwendig.

Am Anfang ist es vor allem wichtig, so schnell wie möglich vata-reduzierende Maßnahmen zu etablieren. Außerdem sollten Ölbehandlungen, wie zum Beispiel Shirodhara, gemacht werden, Dampfbäder, Ölmassagen und andere Dinge, die den regenerativen Aufbauprozess fördern.

Sobald sich erste positive Wirkungen zeigen, sollte mit darauf aufbauenden Rasayana-Therapien begonnen werden. Hier wird nach den vorherrschenden Symptomen ausgewählt.

Vergessen Sie aber nicht auf die spirituelle Ebene. Meditation ist ein entscheidender Faktor gegen Stress und Überbelastung. Oft ist es auch notwendig, neue Perspektiven zu gewinnen auf das eigene Leben, denn auch das führt zu mehr Ruhe und Gelassenheit.

Tipps für die Vata-Reduktion zur Burnoutprävention

  • Regelmäßigkeit in den Alltag bringen. Immer zur gleichen Zeit zu Bett gehen, Essen, sich bewegen.
  • Trinken Sie warmes Wasser bzw. warmes Ingwerwasser.
  • Essen Sie vor allem warme und gekochte Speisen.
  • Meditieren Sie täglich.
  • Gehen Sie oft in die Natur.
  • Verwenden Sie milde Gewürze wie Ingwer, Kreuzkümmel, Safran oder gekochten Knoblauch.
  • Essen Sie regelmäßig Rasayana-Nahrungsmittel wie Ghee, Honig, Milch, Nüsse, Trauben, Trockenfrüchte.
  • Gehen Sie früh, also gegen 22 Uhr, schlafen und trinken Sie davor eine heiße Milch mit Honig und Ashwaganda.

Hinweis: Dieser Text dient lediglich der Information. Er gibt weder Behandlungstipps noch -empfehlungen gegen Burnout. Sprechen Sie immer zuerst mit dem Arzt oder der Ärztin Ihres Vertrauens, um abzuklären, ob es sich bei Ihren Symptomen wirklich um ein Burnout handelt. Wenn Sie sich für eine ayurvedische Behandlung entscheiden, halten Sie immer Absprache mit erfahrenen Ayurveda-TherapeutInnen.